Formel 1 Technik geht in Serie

In der Formel 1 ist seit 2009 ein System zur Rückgewinnung kinetischer Energie (KERS) im Einsatz. Beim Kinetic Energy Recovery System speichert ein Schwungrad die Bremsenergie und gibt diese bei Bedarf wieder ab.

Formel 1 Wagen mit KERSVolvo will diese Technologie in Serie verbauen und testet das System momentan in einem Volvo S60. Durch das Schwungrad werden bei diesem Modell für einige Sekunden bis zu 80 PS an zusätzlicher Leistung für die Beschleunigung frei. Doch Volvo will das System nicht in erster Linie für sportlichere Leistung, sondern für eine Verringerung des Spritverbrauchs einsetzen. So soll der Verbrauch des S60 im Vergleich mit einem ähnlich starken Sechszylinder Motos um bis zu 25% verringert werden.

Doch auch die Leistungssteigerung ist beachtlich. Bewegt der Fahrer den S60 im Sportmodus, so stehen ihm dank KERS für die Beschleunigung für kurze Zeit mehr als 300 PS zur Verfügung. Der Sprint von 0-100 km/h gelingt dadurch in 5,5 Sekunden. Zum Vergleich: ohne KERS benötigt das gleiche Modell 6,8 Sekunden um auf 100 km/h zu beschleunigen.

Funktionsweise des KERS im Volvo

Bremst der Fahrer den Volvo S60 ab, so beschleunigt er dadurch das Schwungrad. Dieses rotiert dann bis zu 60.000 Mal in der Minute. Beim Anfahren bzw. Beschleunigen wird diese gespeicherte kinetische Energie, die ohne KERS vollkommen als Wärme verloren geht, wieder zur Verfügung gestellt und an die Hinterräder übertragen. So wird der eigentliche Frontantrieb für kurze Zeit zu einem Allradantrieb. Wenn die kinetische Energie abgebaut ist, verwandelt sich der Allradantrieb schlagartig wieder in einen Frontantrieb, was gerade in Kurven zu einem Untersteuern führen kann. Bis zur Serienreife ist hier also noch ein gewisser Feinschliff nötig. Die Entwickler von Volvo halten einen Serienstart in 2016 bzw. 2017 für realistisch. Die Kosten für das System sollen auf jeden Fall unter 10.000€ liegen.

Kritik am KERS- Einsatz in der Formel 1

Nachdem ein Mechaniker des Teams BMW Sauber im Juli 2008 einen starken Stromschlag bekam, steht das KERS in Kritik. Bei Fehlern im Steuergerät des Systems kann sich die Außenhaut auf bis zu 20.000 Volt aufladen. Weiterer Kritikpunkt ist der hohe Verschleiß von Akkumulatoren, welche nach jeweils zwei Rennwochenenden als Sondermüll entsorgt werden müssen.