Runderneuerte Reifen

Viele Reifen werden nachdem die gesetzlich vorgeschriebene Profiltiefe unterschritten wird runderneuert. Dafür wird die alte Lauffläche abgetragen, die Karkasse angeraut und die neue Lauffläche aufgetragen. Gerade bei LKW- Reifen wird diese Technik angewandt.

Qualität von runderneuerten Reifen

Runderneuerte Reifen und Felgen

Runderneuerte Reifen © peterscode / pixabay

Anders als häufig angenommen ist die Qualität der runderneuerten Reifen fast auf dem selben Niveau eines Neureifens. Aufgrund der älteren Karkasse muss jedoch der Geschwindigkeitsindex des Reifens um eine Klasse gesenkt werden. Ein vorheriger Reifen der Klasse V (240 km/h) erhält somit die Klasse H (210 km/h). Gerade bei gering motorisierten Fahrzeugen fallen die Qualitätsunterschiede gegenüber einem Neureifen kaum ins Gewicht. Genau wie bei einem Neureifen gilt eine Garantie von 24 Monaten.

Verbreitung runderneuerter Reifen

Für PKW sind runderneuerte Reifen in Deutschland nur in geringen Mengen erhältlich. Die Marktanteile liegen hier bei ca. einem Prozent für Sommer- und rund fünf Prozent für Winterreifen. Dieser geringe Anteil ist durch die kostenintensive Erneuerung der PKW- Reifen begründet. Der Marktanteil der runderneuerten LKW- Reifen liegt allerdings bei rund 40%.

Verfahren zur Runderneuerung

PKW Reifen

PKW Reifen © VenV / pixabay

Grundsätzlich wird zwischen den Verfahren der Kalt- und Heißrunderneuerung unterschieden. Bei der Kaltrunderneuerung des Reifens wird der vulkanisierte Laufstreifen auf die angeraute Karkasse bei einer Temperatur von 110° Celsius vulkanisiert. Zur Heißrunderneuerung wird eine nicht vulkanisierte Lauffläche auf die angeraute Karkasse aufgetragen und anschließend bei 165° Celsius vulkanisiert.
Beiden Verfahren geht eine eindringliche Qualitätsprüfung der Reifenstruktur voraus. Nur wenn diese die Voraussetzungen erfüllt, werden die Reste der alten Lauffläche entfernt und die neue aufgetragen.

Staatliche Förderung

Das Bundesumweltministerium fördert im Jahr 2013 den Aufbau einer rohstoffsparenden Runderneuerungsanlage für LKW- Reifen des Reifenherstellers Continental am Unternehmenssitz Hannover mit 1,2 Millionen Euro aus dem Umwelt- Innovationsprogramm. Ziel dieses Pilotprojektes ist eine Energieeinsparung im Vergleich zu Neureifen von 50 Prozent. Auch die Wasser- und Abfallmenge soll um bis zu 80 Prozent gesenkt werden. Die restlichen anfallenden Gummiabfälle werden in der angeschlossenen Recycling- Anlage für die stoffliche Weiterverwendung aufbereitet.